Droht Facebook die Vergreisung?

Teenager brechen weg, Rentner legen zu

Facebook verzeichnete in Deutschland zuletzt wieder kräftiges Wachstum. Allerdings verschieben sich die Altersgruppen der Nutzer. Dies könnte zukünftig zu einem Problem für das soziale Netzwerk werden.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Social Media

Social Media wird von Finanzdienstleistern häufig missverstanden und in seinen Anwendungsmöglichkeiten oft verkannt. Dabei sind die Kunden egal ob Privatkunden oder Unternehmen längst dabei und aktiv. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien rund um diesen vielseitigen Trend.

Die Kommunikationsberatungsgesellschaft Faktenkontor und der Marktforscher Toluna geben in Kooperation mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung den Social-Media-Atlas heraus. Der erfasst auf Basis einer repräsentativen Umfrage – seit 2011 jährlich – die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland. Er liefert unter anderem Informationen darüber, welche sozialen Netzwerke von wem und wie intensiv genutzt werden, welche Themen auf welchen Kanälen diskutiert werden und inwieweit Soziale Medien Kaufentscheidungen beeinflussen.

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Facebook wächst in Deutschland

Facebook konnte im vergangenen Jahr in Deutschland wieder ein kräftiges Wachstum verzeichnen. 76 Prozent der Internet-Nutzer ab 14 Jahren sind in dem sozialen Netzwerk unterwegs. Ein Rekord-Zuwachs um elf Prozentpunkte innerhalb eines Jahres.

Allerdings verschieben sich die Altersgruppen der Nutzer. Unter Teenagern verliert Facebook weiter an Boden und Zugewinne verzeichnet das Netzwerk vor allem bei Älteren, wie die folgende Grafik verdeutlicht:

Infografik: Entwicklung der Altetruktur der Facebook-Nutzer von 2011 bis 2017.

Die Entwicklung der Altetruktur der Facebook-Nutzer von 2011 bis 2017.

In der Altersgruppe der 14-19-Jährigen sank die Nutzung seit 2014 von 89 Prozent auf nur noch 61 Prozent in 2017.

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In der Gruppe der 30 bis 39-Jährigen stieg die Nutzung um zehn Prozentpunkte, bei den 40 bis 49-Järigen um zwölf Prozentpunkte und bei den 50 bis 59-Jährigen um 20 Prozentpunkte.

Am stärksten fiel der Zuwachs mit 23 Prozentpunkten bei den „Silver Surfern“ ab 60 Jahren aus: 70 Prozent der Internetnutzer ab 60 sind auf Facebook aktiv.

Nur unter den Ältesten ab 50 und 60 ist Facebook noch das beliebteste soziale Medium. In allen anderen Altersgruppen liegt YouTube an der Spitze.

Mittelfristiger Nutzerrückgang auf Facebook?

 

Noch 2014 war Facebook in keiner Altersgruppe beliebter als unter Teenagern. Das hat sich stark gewandelt. Heute nutzen Teenager häufiger WhatsApp (98 Prozent), Instagram (84 Prozent) und Snapchat (82 Prozent).

Diese Entwicklung könnte zu einem zukünftigen Problem für Facebook werden und mittelfristig einen Verlust von Usern bedeuten. Wer heute als Teenager Facebook nicht nutzt, wird als Twen kaum damit anfangen. Auf Dauer wird Facebook den wegbrechenden Nachwuchs nicht durch zusätzliche User aus älteren Zielgruppen ausgleichen können.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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