Mehrwert, Effizienz, Vertrauen – das neue Bankenparadigma

Avaloq Community Conference zur Bankenkonzeption im Zeitalter der Disruption

Die diesjährige Avaloq Community Conference fand zum Leitthema „Ein neues Bankenparadigma im Zeitalter der Disruption“ statt. Sie zeigte Wege auf, wie etablierte Banken und Vermögensverwalter digitale Technologien nutzen und so neuen Wettbewerbern wirksam begegnen können.

Avaloq Community Conference 2018

Avaloq Community Conference 2018 zur Bankenkonzeption im Zeitalter der Disruption.

Die Bank- und Finanzbranche befindet sich an einem Scheideweg. Disruption steht seit langem im Fokus der Finanzbranche, denn der Wettbewerbsdruck auf etablierte Banken und Vermögensverwalter hat dadurch zugenommen. Neue Geschäftsmodelle bedrohen die Marktposition der etablierten Banken und Sparkassen.

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Immer mehr FinTechs und Start-ups nutzen die leistungsstarken Funktionen neuer Technologien und digitaler Prozesse, um sich binnen weniger Monate erfolgreich am Markt zu etablieren. Vorschriften wie die zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) in Europa, die den Datenaustausch und die Öffnung von Dienstleistungen für Dritte vorschreibt, beschleunigen diese Entwicklung zusätzlich.

Problem und Lösung in einem

Doch – und dies war eine der Schlüsselerkenntnisse unserer Avaloq Community Conference – genau diese Technologien mit Fokus auf Automatisierung, Standardisierung und Straight-Through Processing (STP) bieten den Finanzinstituten auch die enorme Chance, technologieaffiner, wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger zu werden.

Mit ausgelagerten cloudbasierten Lösungen wie Business Process as a Service (BPaaS) und Software as a Service (SaaS) lassen sich erhebliche Effizienzsteigerungen erzielen und damit Kosten sparen. Die Digitalisierung in der Finanzwelt eröffnet den Instituten zudem die Möglichkeit, neue Dienstleistungen, Plattformen und Produkte schnell zu testen und einzuführen und so rasch auf veränderte Markttrends zu reagieren.

Francisco Fernandez, Gründer und Group Chairman von Avaloq, betonte in seiner Keynote die proaktive Umgestaltung der Prozesse und Systeme: „Nichts ist komplexer, als Dinge einfach zu gestalten. Doch die Komplexität der modernen Finanzdienstleistungssysteme muss vereinfacht werden, insbesondere mit Blick auf das Backoffice. Lösungen wie BPaaS und SaaS sind unglaublich leistungsstark geworden, sodass Banken und Vermögensverwalter im Backoffice immer weniger manuelle Prozesse benötigen. In zehn Jahren wird das Backoffice weitgehend automatisiert funktionieren. Ich bin überzeugt, dass dies eine lohnenswerte Chance für die Finanzinstitute ist.“

Vertrauen bildet die Basis, Kundenerlebnis und Effizienz sind der Motor

Banken und Vermögensverwalter genießen immer noch ein sehr hohes Vertrauen bei ihren Kunden. Ein wesentlicher – und zunehmend wichtigerer – Faktor ist jedoch der Wettbewerb durch Technologieunternehmen, und hier nicht nur durch Giganten wie Google, Apple, Facebook und Amazon, sondern durch eine Vielzahl innovativer Start-ups, welche die Möglichkeiten neuer Geschäftsmodelle für sich nutzen. Sie setzen auf neue Technologien und digitale Erstklassigkeit. Ihr Erfolg basiert auf hocheffizienten Prozessen, geringen Kosten und großartigen Kundenerlebnissen.

Francisco Fernandez, Gründer und Group Chairman Avaloq

Francisco Fernandez, Gründer und Group Chairman von Avaloq, hielt eine Keynote auif der Avaloq Community Conference 2018.

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Als Beispiel nannte Fernandez in seinem Vortrag den Devisentransaktionsspezialisten Revolut. Das Unternehmen wurde vor drei Jahren gegründet und zählt bereits 2 Millionen Kunden. Sein Erfolg gründet sich auf einem extrem kundenzentrierten, kosteneffizienten Geschäftsmodell.

Paradigmenwechsel in Richtung Zukunft

Fernandez sieht drei Faktoren, die über die Wettbewerbsfähigkeit von Banken und Vermögensverwaltern im digitalen Zeitalter entscheiden: Mehrwert, Effizienz und Vertrauen – dies sei das neue Bankenparadigma. Mehrwert bedeutet, dem Kunden Komfort zu bieten und sich auf eine vollständige Benutzererfahrung, personalisierte Dienstleistungen sowie Produktperformance zu konzentrieren.

Effizienz erreicht man durch den Einsatz neuer Technologien wie und SaaS. Weitere Stichpunkte sind Prozessautomatisierung und Robotik, Standardisierung, STP und Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs). Bei Vertrauen geht es darum, transparent zu sein, einen erstklassigen Kundenservice anzubieten und die Compliance-Standards zu übertreffen.

Vorausschauend agieren

Die Disruption des Banken- und Vermögensverwaltungssektors findet zu einer Zeit statt, in der das Volumen der verwalteten Vermögen an den globalen Märkten steigt, erklärte Jürg Hunziker, Group CEO von Avaloq, in seiner Keynote auf der Konferenz. Er erwartet nicht, dass die Banken aussterben werden. „Rund 95 Prozent der Kunden tätigen ihre Bankgeschäfte weiterhin über eine Bank, doch der Wettbewerb verschärft sich. Es geht deshalb vor allem darum, vorausschauend zu agieren und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die die Institute widerstandsfähiger machen.“

IT-Investitionen in neue Bahnen lenken

Im Vergleich mit anderen Branchen ist der Anteil der IT-Kosten an den Gesamtkosten mit 14 Prozent im Bankwesen im Durchschnitt doppelt so hoch – bei dem gleichzeitig geringsten Anteil an ausgelagerter Software. Es hat sich gezeigt, dass die nachhaltig erfolgreichen Unternehmen ihr Geld für echte Innovation ausgeben – und nicht einfach nur bestehende Systeme aufhübschen. Der Fokus sollte auf Investitionen in agile IT-Lösungen liegen, beispielsweise cloudbasierte Dienstleistungen.

Wir haben deshalb für unsere Kunden 100 Millionen US-Dollar in die Entwicklung neuer Servicetechnologien investiert. Unsere Nutzer sollen so drei Kernziele erreichen: Kundenerlebnisse verbessern, Operational Excellence optimieren und das Ökosystem aus Partnern und Anwendungen ausbauen. Bei Operational Excellence geht es vor allem um Automatisierung und Robotik, künstliche Intelligenz, Compliance-Lösungen und Cloud-Banking als zentrale Wachstumssegmente.

Den Kunden begeistern

Thomas Beck, Chief Technology Officer bei Avaloq, betonte in einer Konferenzsession, wie viel ein erstklassiges Kundenerlebnis und die Rundumbetreuung auf die Kundenbindung einzahlen. „In der digitalen Welt gibt es sehr viel mehr Kundenkontaktpunkte und jeden sollte man für die Kundenpflege nutzen. Nicht zu vergessen ist dabei die emotionale Komponente, die über modernere digitale Prozesse gewährleistet werden kann, und genau hier möchte Avaloq ansetzen.“ Dabei sollte man die umfassenden Vorteile eines cloudbasierten Systems nutzen. Wir haben hier bereits umgestellt – auf eine von IBM betriebene .

Effizienzgewinne dank Robotic Process Automation

Robotic Process Automation (RPA) war ein auf der Konferenz viel diskutiertes Thema. Schließlich eignet sich eine RPA-Software besonders, um die standardisierten, sich wiederholenden Prozesse eines Finanzinstituts mit geringem Aufwand und sehr schnell auszuführen. Insbesondere im Back-Office lassen sich so manuelle – und damit fehleranfällige und ressourcenaufwändige – Aufgaben automatisieren.

Wir von Avaloq  setzen RPA seit einiger Zeit ein, um die Systemautomatisierung zu erhöhen und manuelle Tätigkeiten abzubauen. Wir haben zudem ein eigenes Entwicklungsteam für den Aufbau und die Entwicklung neuer automatisierter Robotikprozesse eingerichtet, mit dem Ziel, die verbleibenden manuellen Prozesse zu reduzieren, die Servicequalität zu erhöhen, Risiken abzubauen und die Verarbeitung zu beschleunigen.

Fazit: Banking hat Zukunft

Die Avaloq Community Conference hat gezeigt, dass der digitale Wandel sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Jedes Finanzinstitut sollte sich zeitnah mit dem neuen Bankenparadigma auseinandersetzen. Banken und Vermögensverwalter sollten es nicht versäumen, die Vorteile von Automatisierung und integrierten digitalen Lösungen für sich zu nutzen. Ihre positiven Auswirkungen auf Kosten, Effizienz, Performance und Gewinne werden beachtlich sein.

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Über den Autor

Uwe Krakau

Uwe Krakau verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche. Bei Avaloq ist er als General Manager und Chief Markets Officer Germany tätig. Zu seinen Kernthemen gehören Markt, Wachstum, M&A, Start-ups, Value Proposition und Fintechs. Bevor er zu Avaloq wechselte, war er 14 Jahre lang hauptsächlich für DAX-Unternehmen in Deutschland tätig. Er studierte an der Fachhochschule für Technik Esslingen Wirtschafts-Ingenieur, verfügt über einen Abschluss in Informations-Wissenschaft der Universität Konstanz und hat das Executive Program des Swiss Finance Institut abgeschlossen.

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