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Investmentbanker-Ausbildung: Berufsbild und Voraussetzungen

Auf angehende Investmentbanker warten hohe Gehälter und interessante Aufgabengebiete. Grund für viele, sich näher an einer Ausbildung in diesem Bereich zu interessieren. Wir werfen einen Blick auf die Perspektiven und auf das was es zu beachten gilt.

Berufsbild und Voraussetzungen des Investment Bankers

Hinweise für eine Karriere im Investment Banking.

Unter Investmentbanker können sich viele nichts Genaues vorstellen. Und unter Ausbildung zum Investmentbanker gleich noch weniger. Einige werden vielleicht sagen: „Hat was mit Wertpapieren zu tun.“ Vermögensverwaltung gehört in der Tat zum Ausbildungsstoff, doch damit ist dieser Beruf höchstens ansatzweise beschrieben. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest: Ganz so trocken ist es gar nicht. Auf angehende Investmentbanker warten viele interessante Aufgabengebiete, von denen einige ein hohes Maß an Kreativität verlangen … Und zwar geschäftliche Kreativität!

Klingt interessant. Und wie wird man Investmentbanker?

Das Interesse an einer Ausbildung in diesem Bereich ist groß. Dies liegt wohl auch daran, dass es in den anderen Bereichen des Finanzmarktes eher langweilig zugeht. Nicht so hier: Es gibt wohl kaum einen Bereich im Bankensegment, in dem ähnlich große Herausforderungen auf die Bewerberinnen und Bewerber warten. Wem Herausforderungen liegen, der könnte hier also glücklich werden!

Allerdings denken viele andere das auch: Aktuell wollen ca. 70 Prozent der Absolventen eines Studiums der Wirtschaftswissenschaften als Investmentbanker einsteigen. Grund: die sehr gute Bezahlung. (Die Bezahlung ist sicher nicht der einzige Grund für das hohe Interesse, ist aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen.) Wer als Junior bei einer Bank anheuert, fängt mit €70.000 an; dies ist wohlgemerkt das Grundgehalt. Über Boni haben wir da noch gar nicht gesprochen. Je nach Arbeitgeber bleibt man da auch nicht lange, sondern beginnt ziemlich bald schon die Karriereleiter zu erklimmen – womit auch das Gehalt steigt. (Wer hätte das gedacht?) Drei bis fünf Jahre später: Aus dem Junior-Investmentbanker wurde ein Senior-Investmentbanker. Aus dem Golf ein Porsche, denn auf dem Gehaltsscheck stehen jetzt €300.000 (Durchschnittswerte). Damit ist die Reise aber noch nicht zu Ende. Nach oben gibt es vielmehr keine (sagen wir: kaum eine) Grenze.

Nach dieser heldenhaften Kurzbeschreibung sehen wir uns nun den Karriereweg eines Investmentbankers etwas näher an.

Denn die Schecks werden nicht blanko ausgestellt … Unter den Oberbegriff fallen unterschiedliche Positionen, z.B. der Analyst. Viele steigen als Analyst ein. Man bewertet Firmen und Märkte. Man sammelt noch eher, als dass man jagt! Hier kann man beides: seine „geschäftliche Kreativität“ (siehe Artikeleinstieg) schulen und sein theoretisches Wissen einbringen; um dann ein Tätigkeitsfeld entsprechend der eigenen Stärken zu wählen.

Das kann z.B. das Asset-Management sein. Hier kümmert sich der Investmentbanker um das Verwalten von Wertpapier-Depots. Jedoch nicht das des Kieferorthopäden um die Ecke! Vielmehr handelt es sich um die Depots von Unternehmen, Versicherungen oder Investmentfonds. Große Namen, hohe Summen. Ein guter Asset-Manager erwirtschaftet für seine Klienten (und seinen Arbeitgeber) dauerhaft Rendite. Ein ähnliches Aufgabengebiet findet sich im , wobei es hier um das Verwalten des privaten Großvermögens der Eigentümerfamilie geht.

Oder man schwenkt in den Tätigkeitsbereich des Financial-Engineering um. Ein Financial-Engineer arbeitet an neuen Finanzmarktprodukten oder (wem das so zu heiß ist) erstellt besondere Finanzierungskonzepte; diese sind genau auf Geschäftskunden im Corporate Finance Bereich maßgeschneidert.

Ohne präzises Analysieren vorhandener Daten geht im erfolgreichen Börsenhandels nichts. Darum beobachten Analytiker und Researcher Märkte, Branchen und einzelne Unternehmen sehr genau. Ihr Ziel: mögliche Kursentwicklungen von Wertpapieren auf Grundlage dieser Beobachtungen und Auswertungen vorherzusagen – und dadurch Gewinne zu erzielen.

Eher handwerkliche Aufgaben im Bereich des Börsenhandels übernimmt der Börsenmakler. Er oder sie tätigt Aufträge, z.B. Aktienkäufe oder -verkäufe für Kunden. Diese Aufträge geben sie als sogenannte Order an die Trader weiter. Oder führen sie gleich selbst an ihrem Computer aus, der mit der Börse verbunden ist.

Ein breites Aufgabenfeld erwartet die Bewerber. Doch welche Voraussetzungen muss man eigentlich für die Ausbildung zum Investmentbanker mitbringen?

Zunächst: In der Finanzbranche kann man weit kommen, und viel erreichen, doch ist dies alles andere als einfach. Ohne permanente Bestleistung ist man schnell weg vom Fenster. Das liegt daran, dass falsche Entscheidungen die Kunden Millionenbeträge kosten können – und schon so manche aussichtsreiche Karriere zerstört haben. Darum ist eine hohe geistige und emotionale Belastungsfähigkeit enorm wichtig. Auch ein gesundes Konkurrenzdenken kann nicht schaden, möchte man eine Investmentbanker-Ausbildung erfolgreich umsetzen.

Nahezu ausnahmslos wird in den Stellenbeschreibungen für Investmentbanker ein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt. Dass dieses mit Bestnoten abgeschlossen wurde, versteht sich von selbst. Kandidaten mit Diplom- oder Master-Abschlüssen (z.B. Master in Finance) haben eindeutig einen Vorteil gegenüber Kandidaten mit einem Bachelor-Abschluss. Und diese Abschlüsse kommen idealerweise aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Doch auch andere Studienfelder interessieren den künftigen Arbeitgeber durchaus:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik

Oder zumindest Kenntnisse in Software- und Programmiertechnik. Dies lässt sich dadurch erklären, dass in den eben genannten Studienfeldern ebenfalls sehr gute Analysefähigkeiten wichtig sind. Und um Zahlen geht es natürlich auch in der Wirtschaft!

Hier noch einige wertvolle Tipps, mit denen der Start in eine Investmentbanker-Ausbildung besser gelingt:

Die folgenden drei Punkte sollte man beachten:

  1. Praktika! Diese müssen nicht unbedingt im Bereich Finanzen absolviert worden sein. Ein soziales Praktikum im Ausland bringt Pluspunkte, denn es zeigt Initiative und soziale Kompetenz.
  2. Auslandsaufenthalte während des Studiums! Auch diese zeugen von Initiative, und gleichzeitig dürften sie wohl definitiv die Sprachkenntnisse verbessert haben.
  3. Sprachen! Ohne gutes Englisch ist man nahezu chancenlos. Punkten kann man mit Mandarin und Russisch.

Auch die Wahl der Hochschule spielt eine Rolle: Steht die Uni im Hochschulranking für das gewählte Fach weit oben (national und international), sagt das natürlich etwas über die Qualität der Ausbildung aus. Beim Studienverlauf sollte großer Wert auf die Wahl der richtigen Hauptfächer gelegt werden. Dies kann die Chancen für eine Investmentbanker-Ausbildung ebenfalls verbessern. Die Wahl der Hauptfächer ist besonders wichtig, wenn man nicht Wirtschaftswissenschaften studiert hat. Schwerpunkte wie Bankbetriebslehre o.Ä. sind hilfreich.

Praktika beim künftigen Arbeitgeber können ebenfalls helfen. Manche sagen sogar, sie sind ein Muss. So oder so: Mit Kontakten, die man in der Branche knüpft, ist man stets im Vorteil. Wer sich für ein Auslandssemester oder einen Auslandsaufenthalt entscheidet, wie wir es empfehlen, hat an Standorten, die auch Finanzmetropolen sind, bessere Karten. Also, auf nach London, New York, Hong Kong, Sydney oder Moskau!

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Über den Autor

Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Er ist Herausgeber von Der-Bank-Blog.de und hält Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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